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Rasenverbrennungen / Überdüngung / Harnschäden

Der geschilderte Schaden ist Folge einer zu hohen Konzentration des Nährstoffs Stickstoff.

Als Ursache für die Schäden kommt u.a. zuviel Dünger in Frage, aber auch Harn von Hunden oder anderen Wild- und Haustieren. Insbesondere Überdüngung kann zu einer nachhaltigen Schädigung aller Pflanzen führen. Dann nützt auch nachsähen nichts mehr. Auch die neuen jungen Pflänzchen würden gleich wieder verbrennen. Sie sind sogar noch empfindlicher. 

Sie müssen die Konzentration des Stickstoffs an der geschädigten Stelle reduzieren. Entweder lassen Sie sehr lange Wasser darauf fließen oder und das ist noch wirkungsvoller, Sie entfernen den Boden spatentief. Fahren Sie ihn auf den Kompost oder verteilen Sie ihn dünn an anderer Gartenstelle. Füllen Sie das Loch mit anderem Boden, z.B. vom Kompost und sähen anschließend mit der Rasenmischung Lippa Strapazierrasen od. Majestic Aktiv nach.

Wintervorbereitung des Rasens

Es ist sehr gut, den Rasen vor dem Winter mit Patentkali zu versorgen. Kalium stärkt die Zellwandbildung und macht die Graspflanzen damit winterhärter und widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Selbstverständlich können Sie den Rasen noch einmal mähen. Nichts schadet ihm nämlich mehr als zu lang oder extrem kurz geschoren in den Winter gehen zu müssen. Womit gleichzeitig klar sein sollte, dass an der Schnitthöhe gegenüber den übrigen Schnitten nichts zu verändern ist.
Und selbst wenn wir einen warmen November bekommen, dann machen Sie den letzten Schnitt eben Anfang oder Mitte Dezember. Kein Problem für den Rasen.

Niedrig- und langsamwüchsige Rasenmischung

Ein Rasen, der die von Ihnen gestellten Ansprüche befriedigt, benötigt eine Mischung, die hohe Anteile der Grasarten Rotschwingel (Festuca rubra) und Wiesenrispe (Poa pratensis) enthält. Beide Arten bilden dichte und langsamwüchsige Narben aus. Allerdings benötigen sie, insbesondere in der Entwicklungsphase, höhere Nährstoffgaben (in erster Linie Stickstoff), damit sie sich gegen raschwüchsige Unkräuter behaupten können. Eine solche Mischung ist z.B. die Qualitätsmischung LIPPA - Strapazierraen. Ein vielseitig einsetzbarer Allroundrasen. Oder die Zierrasenmischung LIPPA -  Zierrasen, die wie der Name schon sagt, fein und langsamwüchsig ist, dafür aber Betritt nicht so gut verträgt. 

Aussaat im Spätherbst und Ansaattipp´s

Rasenansaat ist bis Ende Oktober möglich. Bitte bedenken Sie aber, dass langsamwüchsige Gräser auch langsam keimen. Es wird also bis zu 6 Wochen dauern!
Eventuell sollten Sie einen Schnitt zur Beikrautbekämpfung durchführen, bzw. später eine Behandlung mit einem selektiven Herbizid gegen Zweikeimblättrige Beikräuter einplanen.
Bereiten Sie den Boden zur Aussaat sorgfältig vor (trocken, feinkrümmelig, eben) und sorgen Sie dafür, dass sich der Boden gut gesetzt hat. Sonst haben Sie später mit Unebenheiten zu kämpfen.
Wenn Sie noch im Herbst säen, bekommt Ihr Rasen eine erste Düngergabe wenn die meisten Gräser angefangen haben zu keimen.

Unkrautbekämpfung im Rasen

Zur Beseitigung der Verunkrautung im Rasen eignen sich bestimmte selektive Spritzmittel (Herbizide z.B. Banvel M). Diese beseitigen ganz gezielt Pflanzen mit 2 Keimblättern, wie die Unkräuter im Rasen, und lassen Gräser, die nur 1 Keimblatt haben, unbehelligt. Vorher sollten Sie Rasen und Kräuter unbedingt 1 Woche aufwachsen lassen und düngen, um den Stress für die Gräser zu mildern.
Wichtig ist, dass die Fläche nach dem absterben der Unkräuter nach der Herbizidbehandlung, mit einer guten Rasenmischung nachgesät wird. Dabei sollten Sie auf einen höheren Anteil der Grasart Wiesenrispe (Poa pratensis) achten. Diese bildet nämlich unterirdische Ausläufer und besiedelt mit diesen Lücken im Rasen. Dann haben Unkräuter in Zukunft weniger Chancen Lücken zu finden. So eigenen sich dazu z.B. ganz hervorragend die LIPPA- oder Majestic-Mischungen.
Achten Sie auch auf eine ausreichende und angepasste Nährstoffversorgung der Gräser.

Dichter, moosfreier Rasen im Schatten / Problemrasen

Eine Patentlösung, also das Supergras oder die Toprasenmischung die genau das macht gibt es nicht. Die Probleme entstehen natürlich durch die Nährstoff- und Wasserkonkurrenz der Baumwurzeln. Zusätzliche Zufuhr dieser beiden Güter ist deshalb unabdingbar. Regelmäßig beregnen! Das ist für das Gras nämlich das eigentliche Problem! Das Nadeldach hält den Regen ab und die flachen Kieferwurzeln konkurrieren mit den Gräsern um das wenige Wasser! Also immer beregnen. Am besten jede Woche einmal richtig durchdringend!
Düngen Sie im Schatten nicht stickstoffbetont! Viel Stickstoff unterstützt nur das geile Wachstum der Gräser im Schattenbereich und macht sie noch schwächer. Wenn Sie für die Gräser etwas gutes tun wollen, düngen Sie Kalium. Den gibt es z.B. als "Patentkali" und fördert ein starkes Zellwandwachstum und macht  die Pflanzen stark.
Daneben sollten Sie den Rasen nach Möglichkeit etwas höher Mähen als die normalerweise empfohlenen 3 cm. Gehen Sie ruhig auf Schnitthöhen von 5 - 7 cm. Damit sind mehrere Vorteile verbunden:

Erstens gibt es in der Pflanze ein Gleichgewicht zwischen oberirdischer und unterirdischer "Masse". Wenn Sie oben also mehr Blatt lassen, bilden sich unterirdisch auch mehr Wurzeln. Dadurch werden tiefere Bodenschichten erreicht und Aufnahme von Wasser und Nährstoffen verbessert.
Zweitens haben die Pflanzen dadurch eine größere Photosynthesefläche. Bei diesem Stoffwechselprozess werden die für das Pflanzenwachstum wichtigen Bausteine gebildet. Damit  erhöhen Sie die Widerstands- und Konkurrenzkraft der Gräser erheblich.
Drittens wird allein dadurch, dass das Gras dann höher ist, der Lichteinfall auf den Boden drastisch gesenkt. Unkräuter und Moose benötigen aber auch Licht zum Leben. So reduzieren Sie deren Lebenschancen deutlich.
Dann brauchen Sie auch nicht so oft mähen! Nur jedes zweite oder dritte Mal!
 

Man sollte einen Schattenrasen am besten im Frühjahr, vor dem Austrieb der Bäume nachsähen. Dann erhalten die jungen Gräser noch das meiste Licht. Bei der Auswahl der Nachsaatmischung sollten Sie darauf achten, insbesondere Arten und Sorten einzusetzen, die von ihrem Potenzial eine sehr gute Narbendichte aufweisen.

Bei größeren Schäden oder einer Neuanlage sollte aber auch der Einsatz von Rollrasen eine Überlegung sein. Da er bereits unter optimalen Bedingungen vorkultiviert wurde, entfallen viele Probleme.

Richtig vertikutieren! Rasen Regeneration

Zum Vertikutieren kommt die richtige Zeit. ab Ende März / Anfang April. Am besten bei trockenem Wetter.

1.   Mähen Sie den Rasen richtig schön tief ab.
2.   Führen Sie eventuell eine Moosbehandlung mit Eisen-II-Sulfat (Eisenvitriol) durch.
3.   Danach warten Sie 10 - 14 Tage bis das Moos schwarz-braun abgestorben ist.
4.   Erneut tief mähen.
5.   Zweimal, über Kreuz, vertikutieren. Achten Sie darauf, dass die Vertikutiermesser den Boden nur gerade eben berühren und nicht durch den Boden fräsen. Das fördert den Unkrautwuchs.
6.   Alle Rückstände entfernen.
7.   Nachsaat mit einer guten Rasenmischung. Die Nachsaat ist nach dem Vertikutieren sehr wichtig, um die Lücken in der Narbe rasch zu schliessen.
8.   Sorgen Sie dafür, dass das Saatgut an den Boden kommt. Z.B. durch einregnen (natürlich oderdurch Beregnung). Gut ist auch ein dritter Vertikutiergang mit etwas höher eingestelltem Gerät.
9.   Warten Sie bis das Gras etwa 10 cm hoch aufgewachsen ist. Schneiden Sie mit einem scharfen Rasenmäher, um die jungen und noch schwach verwurzelten Pflänzchen nicht herauszureißen.

10.Schneiden Sie auf ca. 5 cm Schnitthöhe.
11.Anschließend brauchen die Pflanzen Nährstoffe. Insbesondere Stickstoff. Denn die Pflänzchen müssen nun Seitentriebe bilden. Stickstoff fördert die Zellteilung, und daher bilden die Pflanzen mehr Seitentriebe, als wenn sie hungern. Das machen aber nur gute Rasengräser. Greifen Sie bei der Nachsaat also nicht zu den Billigmischungen. Das sind mehrheitlich Futtergräser, die viel Masse bilden, sich leicht vermehren lassen, aber keine Seitentriebe bilden.
12.Düngen Sie Ihren Rasen noch zweimal dieses Jahr.